Installation VMware Server 2 auf Ubuntu

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Mit einem VMware Server können Sie Gast-Betriebssysteme wie Linux, Windows oder FreeBSD als virtuelle Maschine erstellen und betreiben. Die üblichen Vorteile wie bessere Hardwareauslastung oder einfachere Portierbarkeit sprechen für sich. Im Folgenden wird eine Installation des VMware Servers 2 (nachfolgend auch Host genannt) auf einem Ubuntu Linux 8.10 als Schritt-für-Schritt-Anleitung beschrieben. Im Unterschied zu vielen kursierenden Anleitungen umfasst diese die notwendigen Anpassungen zum Betrieb von VLANs. Prinzipiell sollten die Schritte auch auf andere Linuxversionen übertragen lassen, erfordern aber möglicherweise an einigen Stellen leichte Anpassung.

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Installationsschritte

2. Anpassung und Fehlerbehebung

2.1 Entfernung der Kernel virtual machines (KVM)

2.2 Anpassungen für die VLAN-Unterstützung

2.3 Mustersetup des Hosts

3. Beispiel für das Kopieren eines VMware Gastes

 

1. Installationsschritte

  1. Laden Sie sich das aktuelle Image von VMware Server als TAR-Datei von www.vmware.com herunter und speichern Sie es auf Ihrem Desktop ab. Im gleichen Schritt ordern Sie bei VMware eine kostenlose Seriennummer für Ihr Produkt. Diese Nummer wird unter Schritt 5 zum erfolgreichen Abschluss der Installation benötigt.
  2. Öffnen Sie nun eine Terminalsession (Applications > Accessories > Terminal) und installieren Sie mit dem nachfolgenden Kommando die von VMware zur Installation benötigten Pakete.
    sudo apt-get install linux-headers-`uname -r` build-essential xinetd
  3. Nun wechseln Sie in das Verzeichnis Desktop, entpacken die Dateien, wechseln in das Installationsverzeichnis und starten die Installation. Dabei ersetzen Sie bitte den Platzhalter IHR_BENUTZERVERZEICHNIS durch Ihren Benutzernamen:
    cd /home/IHR_BENUTZERVERZEICHNIS/Desktop
    tar xvfz VMware-server-*.tar.gz
    cd vmware-server-distrib
    sudo ./vmware-install.pl
  4. Die Installationsroutine stellt nun eine Menge Fragen, die Sie - eine Standardinstallation wird vorausgesetzt - alle mit den vorgegebenen Werten akzeptieren können, einfach durch das Drücken der "ENTER"-Taste.
  5. Am Ende der Installation fragt Sie das Installationsprogramm nach einer 20-stelligen Seriennummer. Tragen Sie die von VMware erhaltene Seriennummer ein (siehe auch Schritt 1)
  6. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Installation können Sie die Installationsdateien gefahrlos löschen mit den Befehlen:
    cd /home/IHR_BENUTZERVERZEICHNIS/Desktop
    rm -f VMware-server*
    rm -fr vmware-server-distrib/
  7. Wenn Sie alle Standardwerte während der Installation akzeptiert haben, dann ist der "Admin" root der Loginname für den VMware Server.
    ACHTUNG: Bei einer Standardinstallation von Ubuntu wird dem Benutzer root kein Kennwort zugewiesen, ein Kennwort ist jedoch für den Login zwingend erforderlich. Daher weisen wir root ein Kennwort zu mit dem Befehl:
    sudo passwd root
  8. VMware Server 2 besitzt keine Desktopanwendung zum Verwalten der virtuellen Maschinen. Die Verwaltung geschieht gänzlich über eine Browseroberfläche, die unter folgenden Adressen zur Verfügung steht:
    https://:8333 oder http://:8222
    Diese Managementoberfläche kann in der Standardeinstellung sowohl lokal als auch remote aufgerufen werden, für den lokalen Aufruf genügt das Ersetzen der durch die Nummer 127.0.0.1 (den sogenannten localhost).
  9. Wenn Sie den Zugriff über HTTPS wählen denken Sie daran, dass Sie dem Browser anweisen müssen das selbstsignierte Zertifikat zu akzeptieren.

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2. Anpassung und Fehlerbehebung

 

2.1 Entfernung der Kernel virtual machines (KVM)

Ein beliebter Stolperstein ist die bereits von Ubuntu installierte Virtualisierungslösung KVM. Diese gilt es zu entfernen, da ansonsten VMware Server nicht funktioniert. Zur Entfernung geben Sie bitte in einer Terminalsitzung nachfolgenden Befehl ein. Der Parameter -f erzwingt das Entfernen von symbolischen Links, auch wenn ein Eintrag unter /etc/init.d/kvm besteht.

> update-rc.d -f kvm remove

Nach einem Neustart des Systems überprüfen Sie mit dem Kommando lsmod ob der KVM-Dienst wirklich nicht mehr gestartet wird.

> lsmod | grep kvm

Falls Sie den Dienst nur testweise deaktivieren wollen, dann können Sie Linux dazu veranlassen über:

> modprobe -r kvm

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2.2 Anpassungen für die VLAN-Unterstützung

Die aktuelle Version von VMware Server 2 muss zur Nutzung der Host-VLANs leicht angepasst werden. Evtl. entfallen diese Schritte mit künfigten Versionen, daher prüfen Sie zuerst, ob eine Gast-VM schon Zugriff auf Ihre definierten VLANs hat. Falls aber nicht, dann führen folgende Schritt zum Erfolg:

a. Kopieren von vmnet.tar in ein temporäres Arbeitsverzeichnis mit Schreibrechten

cp /usr/lib/vmware/modules/source/vmnet.tar

b. Auspacken des Archives

tar xvf vmnet.tar

c. Im Verzeichnis vmnet-only bearbeiten Sie die Datei bridge.c ca. ab Zeile 969.

Ersetzen Sie dabei die Zeile:

if (bridge->dev->hard_header_len != ETH_HLEN) {

mit folgender Zeile:

if (bridge->dev->hard_header_len != ETH_HLEN && bridge->dev->hard_header_len != ETH_HLEN +4) {

d. Speichern Sie die Datei

e. Packen Sie die Datei bridge.c in das Archive vmnet.tar, welches sich im Ordner vmnet-only befindet.

f. Kompilieren Sie zum Abschluss die Kernel-Module

sudo /usr/bin/vmware-config.pl -compile

g. Starten Sie Ihr System neu und überprüfen Sie die Funktion der VLANs in Ihren VMware-Gästen.

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2.3 Mustersetup des Hosts

Unter Linuxdeviraten, die auf Debian basieren ist, ist die Einrichtung von virtuellen Lans (VLANs) sehr einfach. Nachfolgend ein Beispiel mit zwei Netzwerkkarte, bei der auf einer Karte zwei VLANs laufen. Als Netzwerkadressen werden Adressen aus dem privaten Klasse-C-Netz verwendet.

Die Netzwerkkonfiguration findet statt in /etc/network/interfaces

# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# Netzwerkadapter_2
auto eth1
iface eth1 inet static
address 192.168.200.75
netmask 255.255.255.0
network 192.168.200.0
broadcast 192.168.200.255

# Netzwerkadapter_1
auto eth0
iface eth0 inet manual

# VLAN 1
auto eth0.1
iface eth0.1 inet static
address 192.168.210.200
netmask 255.255.255.0
network 192.168.210.0
broadcast 192.168.210.255
gateway 192.168.210.1

# VLAN 2
auto eth0.2
iface eth0.2 inet static
address 192.168.211.200
netmask 255.255.255.0
network 192.168.211.0
broadcast 192.168.211.255

 

Die Datei /etc/resolv.conf ist zuständig für die Namensauflösung

# DNS-Server
Nameserver 192.168.210.1


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3. Beispiel für das Kopieren eines VMware Gastes

Das Kopieren eines VMware-Gastes ist sehr einfach und eine der Stärken von VMware. Sie können auf einfache Weise virtuelle Maschinen zwischen verschiedenen VMware Servern hin- und herkopieren. In diesem Fall möchten wir aber lediglich eine Sicherheitskopie der VM erstellen, damit wir neue Software gefahrlos testen können.

  1. Wechslen Sie in das Verzeichnis mit den gespeicherten virtuellen Maschinen
    cd /var/lib/vmware/Virtual Machines
  2. Kopieren Sie den existierenden Gast 1 (VM1) als Gast 2 (VM2). Dabei kann jedes von diesem Rechner erreichbare Verzeichnis ausgewählt werden, d.h. auch sämtliche Laufwerksfreigaben im Netzwerk.
    cp -r vm1 vm2
  3. Rufen Sie das Frontend des Server über einen Webbrowser auf
    https://127.0.0.1:8333
  4. Klicken Sie auf "add to inventory" und wählen Sie als Datei "VM2" aus.
  5. WICHTIG: Falls Sie keinen DHCP-Server zur Zuteilung von IP-Adressen verwenden, denken Sie daran, dass Sie die VM1 nicht gleichzeitig mit der VM2 in einem Netzwerk laufen lassen können (Konflikte zwischen den IP-Adressen).
  6. Starten Sie VM2
  7. Wenn Sie vom VMware Server (Weboberfläche) gefragt werden, wählen Sie die Option "I have copied the VM".

Die virtuelle Maschine ist nun einsatzbereit und Sie können gefahrlos neue Software testen.

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