Umzug einer VM ohne vSphere

Dieses kleine Guide beschreibt den "Umzug" von konfigurierten VMware-ESXi-Guests auf andere VMware-Hosts ohne Einsatz der vSphere-Suite.

Dabei werden zwei Verfahren beschrieben. Das eine Verfahren setzt auf das Auslagern des VM-Guests auf einen NAS-Speicher oder eine andere Festplatte. Das andere Verfahren beschreibt die direkte Kopie von einem VM-Host zu einem anderen.

Besondere Berücksichtigung erfährt dabei das Linux-Kassensystem „Companion“. Bei der eingesetzen Variante von Debian-Linux (4.0r8) werden die MAC-Adressen der Netzwerkkarten nicht automatisch richtig aktualisiert. Außerdem ist die MAC-Adresse des Servers in der MySQL-Datenbank manuell zu hinterlegen.

 

1. Vorbereitende Arbeiten

Zunächst gilt es zu überprüfen, dass ein dauerhaft mit den VM-Hosts verbundener Windows oder Linux-Client zur Verfügung steht. Auf diesem Client müssen sowohl der „VMware vSphere-Client“ (nachfolgend VMware-Client) als auch der „Converter Standalone Client“ in einer aktuellen Version installiert sein. Die hier beschriebene Wege haben mit VMware ESXi 4.0, Debian Linux 4r8, Windows 2003 Server funktioniert.

Mit Hilfe des VMware-Client wird der zu kopierende Gast angehalten. Danach erfogt der eigentliche Kopiervorgang mit Hilfe des "Converter Standalone Client".

 

2. Umzug des Linux-Kassensystem Companion

Bei dem beschriebenen Verfahren handelt es sich um eine Direktkopie von VM-Host zu VM-Host.

 

2.1 Kopieren des VM-Guests auf neuen VM-Host

Mit Hilfe des „Converter-Tools“ wird der Kopiervorgang gestartet. Vor dem Kopiervorgang auf jeden Fall die Zuordnung der Netzwerkverbindungen korrigieren. Bis zum Abschluss der Kopie dauert es ca. 4 bis 5 Stunden.

 

2.2 Korrektur der Netzwerkverbindungen

Beim Kassensystem Companion kommt es nach dem Hochfahren zu folgendem Fehler:

> SIOCSIFADDR No such device eth0 error while getting interface flags

Fehlerbehebung auf der Linux-Konsole:

  • cd /etc/udev/rules.d
  • nano z25-persistent-net.rules
    • Löschen der Zeilen, die den betreffenden Modulnamen enthalten
    • Verlassen des Editors mit CTRL-X
  • /etc/init.d/udev restart
  • modprobe –r modulname (z.B. pcnet32)
  • modprobe modulname (z.B. pcnet32)
  • /etc/init.d/networking restart
  • reboot

 

2.3 Korrektur der MAC-Adresse

Der kopierte VM-Guest hat eine neue MAC-Adresse erhalten. Dies führt beim Kassensystem Companion dazu, dass nicht alle Dienste/Module (Daemons) gestartet werden. Daher ist eine Korrektur der MAC-Adresse in der Datenbank vorzunehmen.

Einloggen in die MySQL-Datenbank

Tabelle _def_desk, Eintrag MAC ändern

Neustart des Systems bzw. der Datenbank

Setzen der MAC-Adresse auf die neue Adresse des VM-Guests.

Anmerkung: Dieses Verhalten ist eine Besonderheit des Kassensystems und ist bei Kopien anderer VM-Guests nicht notwendig.

 

3. Umzug eines Windows 2003 Servers

Bei dem beschriebenen Verfahren handelt es sich um eine Zwischenspeicherung auf einem NAS.

 

3.1 Kopieren des VM-Guest auf ein NAS

Mit Hilfe des „Converter-Tools“ wird der Kopiervorgang gestartet. Als Exportformat „Virtual Applicance“ und das OVF-Format anwählen.

Anmerkungen:

  • Versuche mit dem gepackten OVA-Format schlugen fehl.
  • Vor dem Kopiervorgang sind die Zuordnungen der Netzwerkverbindungen zu korrigieren.

 

3.2 Rückspielung vom NAS auf einen VM-Host

Auf dem VM-Host (Version 4 oder höher) wählen wir „OVF-Vorlage bereitstellen“ als Importfunktion aus. Nach erfolgreichem Import kann der Gast sofort gestartet werden. Lediglich die VMware-Tools sind gegebenenfalls upzudaten.

Anmerkung:

  • Nicht funktioniert hat die Variante des Imports über das „Converter-Tool“, obwohl dies theoretisch gehen sollte.